DSA lässt TikTok unentdeckt: Profiling von Minderjährigen im Fokus
Jüngere Nutzer verbringen immer mehr Zeit in digitalen Räumen, in denen ihre noch nicht vollständig entwickelten kognitiven Fähigkeiten sie daran hindern, kommerzielle Beeinflussung zu erkennen oder ihr zu widerstehen…
- Jüngere Nutzer verbringen immer mehr Zeit in digitalen Räumen, in denen ihre noch nicht vollständig entwickelten kognitiven Fähigkeiten sie daran hindern, kommerzielle B…
- Der Digital Service Act (DSA) reagiert darauf, indem er profilingsbasierte Werbung an Minderjährige verbietet.
- Doch die enge Definition von „Werbung“ schließt aktuelle Marketingformen wie Influencer‑Marketing und promotive Inhalte aus, die dieselben kommerziellen Zwecke verfolgen.
Jüngere Nutzer verbringen immer mehr Zeit in digitalen Räumen, in denen ihre noch nicht vollständig entwickelten kognitiven Fähigkeiten sie daran hindern, kommerzielle Beeinflussung zu erkennen oder ihr zu widerstehen. Der Digital Service Act (DSA) reagiert darauf, indem er profilingsbasierte Werbung an Minderjährige verbietet. Doch die enge Definition von „Werbung“ schließt aktuelle Marketingformen wie Influencer‑Marketing und promotive Inhalte aus, die dieselben kommerziellen Zwecke verfolgen.
In einer ersten empirischen Untersuchung wurde ein algorithmischer Audit von TikTok durchgeführt. Dabei wurden Sock-Puppet-Konten erstellt, die die Profile eines Minderjährigen und eines Erwachsenen mit unterschiedlichen Interessen simulierten. Die Plattform empfahl beiden Konten Inhalte, die automatisch annotiert und anschließend statistisch ausgewertet wurden. Die Analyse konzentrierte sich auf vier Videokategorien: formale Werbung, offengelegte Werbung, nicht offengelegte Werbung und keine Werbung, sowie auf die thematische Relevanz der Werbung für die jeweiligen Interessen.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Regulierungsparadox. TikTok hält sich formal an Artikel 28(2) des DSA, indem es Minderjährige vor profilingsbasierter, formaler Werbung schützt. Gleichzeitig weisen sowohl offengelegte als auch nicht offengelegte Werbeinhalte jedoch ein deutlich stärkeres Profiling auf, das mit den Interessen der Nutzer übereinstimmt – 5 bis 8 Mal stärker als bei formaler Werbung für Erwachsene.
Die stärkste Profilierung findet sich bei nicht offengelegten kommerziellen Inhalten, bei denen Marken und Creator ihre bezahlten Partnerschaften nicht kennzeichnen. Die Plattform korrigiert diese Diskrepanz nicht, was den DSA einen wesentlichen Blind‑Spot offenlässt. Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Definition von Werbung im DSA zu erweitern, um die Schutzmaßnahmen für Minderjährige wirksam zu machen.
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