Jung‑inspirierte Traumschicht: Halluzinationen als Lernressource für LLM‑Begleiter
Ein neues arXiv‑Paper (2601.06115v1) präsentiert eine innovative Idee für Sprachmodelle: eine „Traumschicht“, die auf Carl Jungs Konzept des kollektiven Unbewussten basiert. Die Autoren schlagen vor, kontrollierte Offline‑Halluzinationen nicht als Fehler, sondern als wertvolle Lern- und Beziehungsressource zu nutzen.
Im Kern steht das Artificial Collective Unconscious (ACU), ein gemeinsamer Traumpool, in den Agenten anonymisierte, abstrakte Interaktionsvorlagen einbringen. Diese Vorlagen werden später zu individuellen Traum‑Narrativen rekonstruiert, die das Modell in Gesprächen einsetzen kann.
Die Traumschicht arbeitet ausschließlich offline. Durch das Auflockern von Logik‑Modulen und die Erhöhung der Sampling‑Temperatur entstehen absichtlich bizarr wirkende, aber sichere Geschichten – etwa Reise‑Sequenzen mit widersprüchlichen Währungen. Solche Erzählungen erweitern die Datenbasis für seltene Ereignisse und Grenzfall‑Tests.
Um Risiken produktiv zu nutzen, implementieren die Forscher ein Governance‑Stack aus strenger Abstraktion, zeitlichen Verzögerungen und flüchtigem Speicher. Dadurch bleiben die Agenten in Bezug auf Sicherheitsrichtlinien fest, können aber narrativ flexibel agieren, etwa durch archetypische Metaphern, um Kommunikationsblockaden zu lösen.
Simulationen in Alltagsszenarien und langfristigen Anpassungsaufgaben zeigen, dass die Traumschicht eine kritische Trennung ermöglicht: Sicherheit bleibt unverändert, während die narrative Strategie dynamisch wird. Halluzinationen werden so neu definiert – Online‑Instanzen bleiben Fehler, während abgegrenzte, markierte und verzögerte Versionen zu einer wertvollen Quelle für synthetische Szenarien und tiefere Begleitung werden.