Kreativität in KI: Emergenz aus domänenspezifischen Generativmodellen
In der aktuellen Forschung wird Kreativität in künstlicher Intelligenz häufig anhand von Messgrößen wie Neuheit, Vielfalt oder Nützlichkeit bewertet. Diese evaluativen Ansätze liefern wertvolle Einblicke, behandeln Kreativität jedoch eher als zu bewertendes Merkmal als als zu modellierendes Phänomen. Der neue Beitrag von arXiv:2601.08388v1 schlägt einen anderen Blickwinkel vor: Kreativität als emergentes Ergebnis von generativen Modellen, die innerhalb begrenzter, domänenspezifischer Informationsumgebungen arbeiten.
Der Autor argumentiert, dass die eigentliche Kreativität in der Wechselwirkung zwischen generativen Dynamiken und spezifischen Repräsentationen liegt. Dabei werden vier zentrale Komponenten identifiziert: Musterbasierte Generierung, induzierte Weltmodelle, kontextuelles Grounding und Arbitraryität. Diese Elemente wirken zusammen, um kreative Verhaltensweisen in multimodalen Systemen zu erzeugen.
Durch die Fokussierung auf strukturelle und kontextuelle Bedingungen liefert die Arbeit ein technisches Rahmenwerk, um Kreativität als emergentes Phänomen zu untersuchen, anstatt sie lediglich als nachträgliche Bewertung zu betrachten. Diese Perspektive eröffnet neue Möglichkeiten, die Grenzen und Potenziale maschineller Kreativität systematisch zu erforschen.