KI‑„Künstler“: Tilly Norwood zeigt, wo die Grenzen liegen
In der Welt der digitalen Unterhaltung hat sich ein neues Phänomen etabliert: KI‑gestützte „Künstler“, die mit erstaunlicher Präzision menschliche Ausstrahlung und Performance nachahmen. Ein prominentes Beispiel ist Tilly Norwood, ein vollständig künstlicher „Actor“, der über ein professionelles Portfolio mit Performance‑Reel, Instagram, TikTok, Facebook und einer eigenen Kontakt‑E‑Mail verfügt.
Tilly Norwood ist das Ergebnis moderner Deep‑Learning‑Technologien, die aus Millionen von Bild- und Videodaten menschliche Gesichter, Gestik und Mimik rekonstruieren können. Die Schöpfer betonen, dass die KI nicht nur ein Abbild eines realen Menschen ist, sondern ein eigenständiges, digital generiertes Wesen, das in der Lage ist, komplexe Rollen zu spielen und sich in verschiedenen Medienformaten zu präsentieren.
Dieses neue Genre wirft jedoch wichtige Fragen auf. Wer besitzt die Rechte an den von der KI erstellten Inhalten? Wie wird die Urheberschaft definiert, wenn ein Algorithmus die kreative Arbeit übernimmt? Und welche Auswirkungen hat die Verbreitung solcher KI‑Künstler auf die Beschäftigung von menschlichen Schauspielern und die Wahrnehmung von Authentizität im Publikum?
Experten warnen, dass die zunehmende Verbreitung von KI‑Künstlern die Grenzen zwischen realer und künstlicher Kunst verwischen könnte. Gleichzeitig eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten für kreative Ausdrucksformen und die Demokratisierung von Medienproduktion. Die Debatte um Ethik, Recht und künstlerische Integrität wird daher in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Fahrt gewinnen.