Downsampling bei Nadel-EMG: Workflow zur Erhaltung diagnostischer Informationen

arXiv – cs.AI Original ≈1 Min. Lesezeit
Anzeige

Die automatisierte Analyse von Nadel‑EMG‑Signalen gewinnt zunehmend an Bedeutung, um neuromuskuläre Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Dabei stellen die hohen und stark variierenden Abtastfrequenzen ein erhebliches Rechenproblem dar, insbesondere wenn fast sofortige Ergebnisse gefordert sind. Downsampling könnte die Datenmenge reduzieren, doch bislang ist unklar, wie stark diagnostische Informationen dabei verloren gehen.

In einer neuen Studie wurde ein systematischer Arbeitsablauf entwickelt, der die Informationsverluste durch Downsampling bei hochfrequenten Zeitreihen quantifiziert. Der Ansatz kombiniert Form‑Verzerrungsmaße, Klassifikationsergebnisse aus bestehenden feature‑basierten Machine‑Learning‑Modellen und eine Analyse des Feature‑Raums. So lässt sich nachvollziehen, wie verschiedene Downsampling‑Algorithmen und -Faktoren die Signalintegrität und die Vorhersageleistung beeinflussen.

Der Workflow wurde anhand einer dreiklassigen Diagnoseaufgabe für neuromuskuläre Erkrankungen getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass Form‑bewusste Downsampling‑Methoden die Spitzenstruktur und die Gesamtmorphologie des Signals besser erhalten als herkömmliche Decimation. Gleichzeitig sinkt die Rechenlast erheblich, was nahezu Echtzeit‑Analysen ermöglicht.

Die Studie liefert damit praxisnahe Empfehlungen für die Auswahl geeigneter Downsampling‑Konfigurationen. Damit lässt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Datenreduktion und Modellleistung erreichen – ein entscheidender Schritt, um die diagnostische Leistungsfähigkeit von Nadel‑EMG‑Signalen in realen klinischen Anwendungen zu sichern.

Ähnliche Artikel