KI‑Unterstützte Themenanalyse: Mensch behält Interpretationsgewalt
In einer wegweisenden Studie wird untersucht, wie qualitative Forscher mit dem speziell entwickelten KI‑Tool ITA‑GPT arbeiten, das die induktive Themenanalyse durch strukturierte, halbautomatisierte Prompts unterstützt. Das Tool folgt den Prinzipien der reflexiven Themenanalyse und der wörtlichen Codierung und dient als prozedurelles Gerüst, das den Analyseprozess transparent und nachvollziehbar gestaltet.
Die Untersuchung konzentriert sich auf den analytischen Ablauf und nicht auf die inhaltlichen Ergebnisse. Drei erfahrene Qualitativen Forscher führten mit ITA‑GPT Analysen von Interviewtranskripten aus dem Bereich der Lehrerbildung in Ghana durch. Das Tool erleichterte die Vertrautmachung mit den Daten, das in‑vivo‑Codieren, die gerundbasierte beschreibende Codierung und die Entwicklung von Themen, während es gleichzeitig die Textintegrität, Deckungsprüfungen und die Auditierbarkeit sicherstellte.
Aus den Interaktionsprotokollen, KI‑generierten Tabellen, den Revisionen der Forscher sowie Reflexionsmemos lässt sich ableiten, dass ITA‑GPT als struktureller Rahmen fungiert, der den Analysefluss organisiert und die Transparenz erhöht. Dennoch bleibt die interpretative Autorität beim Menschen: Die Forscher treffen Entscheidungen über Modifikationen, Löschungen, Ablehnungen, Ergänzungen und Kommentare, wodurch sie die endgültige Analyse steuern.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine verantwortungsvolle Mensch‑KI‑Kooperation die induktive Themenanalyse nicht nur erleichtert, sondern auch die Nachvollziehbarkeit und Qualität der Forschung stärkt. Die Studie liefert damit wertvolle Erkenntnisse für die Gestaltung zukünftiger KI‑unterstützter Analysewerkzeuge in der qualitativen Forschung.