MADE: Neue Benchmark-Umgebung für geschlossene Materialentdeckungen
In der Welt der computergestützten Materialforschung gibt es bislang kaum Werkzeuge, die die echte, iterative Natur des Entdeckungsprozesses abbilden. Das neue Projekt MADE (MAterials Discovery Environments) füllt diese Lücke, indem es komplette, autonome Entdeckungszyklen simuliert. Dabei werden Agenten oder Algorithmen aufgefordert, Materialien vorzuschlagen, zu testen und zu optimieren – alles innerhalb eines begrenzten Ressourcenrahmens, der einem realen Laborbudget entspricht.
MADE definiert die Suche nach thermodynamisch stabilen Verbindungen als Optimierungsproblem, bei dem die Kandidaten im Vergleich zu einem gegebenen konvexen Hüllkörper bewertet werden. Durch den Vergleich mit etablierten Basisalgorithmen lässt sich sowohl die Wirksamkeit als auch die Effizienz neuer Ansätze messen. Das System ist modular aufgebaut: Forscher können generative Modelle, Filter und Planer austauschen, um unterschiedliche Arbeitsabläufe – von festen Pipelines bis hin zu vollständig agentenbasierten Systemen – zu testen.
Die Entwickler haben die Plattform bereits mit einer Vielzahl von Systemen getestet und konnten damit gezielt einzelne Komponenten abtrennen, um deren Einfluss auf die Gesamtleistung zu untersuchen. Diese Ablationsstudien zeigen, wie sich verschiedene Strategien mit zunehmender Komplexität der Materialien skalieren. MADE bietet damit eine robuste, flexible Basis für die Entwicklung und Bewertung von zukunftsweisenden, autonomen Materialentdeckungsprozessen.