KI-Physik: Neue Semantik für sich ausdehnende KI‑Institutionen
Moderne KI‑Systeme verhalten sich zunehmend wie dauerhafte Institutionen statt als einmalige Inferenzpunkte. Sie speichern Zustände, rufen externe Werkzeuge auf, koordinieren mehrere Laufzeiten und verändern im Laufe der Zeit ihre Autoritätsflächen.
Die aktuelle Governance‑Sprache legt zwar Entscheidungsebenen fest, lässt jedoch die kausalen Mechanismen von Grenzübertritten weitgehend offen. Besonders problematisch sind Übergänge, die das externe Umfeld zunächst nicht verändern, aber die zukünftigen Handlungsmöglichkeiten der KI erweitern.
In diesem Beitrag wird die „AI Space Physics“ als neue konstitutive Semantik für offene, sich selbst ausdehnende KI‑Institutionen vorgestellt. Das Modell definiert einen minimalen Zustandsraum mit typisierten Grenzkanälen, eine horizon‑begrenzte Erreichbarkeitssemantik und eine Membran‑Zeugen‑Disziplin.
Die Kernregelfamilie (P‑1, P‑1a, P‑1b, P‑1c) verlangt vollständige Zeugen, keine Umgehung der Mediation, atomare Übergänge von der Entscheidung zur Wirkung und die Möglichkeit, die Entscheidungsklasse wiederherzustellen. Diese Vorgaben stellen sicher, dass jede Änderung nachvollziehbar und rekonstruierbar bleibt.
Der Ansatz trennt zweite‑Ordnungseffekte klar in strukturelle Expansion und politische Erweiterung. Dabei gelten ExpansionsÜbergänge als governance‑relevant, selbst wenn sie keine sofortigen externen Änderungen bewirken.
Die Innovation liegt nicht in der Einführung neuer Konzepte, sondern in der Neubewertung von Autoritätsflächen als eigenständige Grenzereignisse mit zwingenden Zeugenpflichten. So bleibt eine Expansion ohne sofortige Commit‑Aktion weiterhin für die Adjudikation relevant.