XAI neu gedacht: Barads agential realism für emergente Erklärbarkeit

arXiv – cs.AI Original ≈1 Min. Lesezeit
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In der aktuellen Forschung wird erklärbare KI (XAI) häufig als rein technisches Problem betrachtet, bei dem es darum geht, die inneren Abläufe eines Modells sichtbar zu machen. Diese Sichtweise beruht jedoch auf unreflektierten ontologisch‑epistemologischen Annahmen: Bedeutung sei im Modell selbst verankert, der Erklärer stehe außerhalb des Systems und eine kausale Struktur sei durch Rechenmethoden wiederherstellbar.

Der neue Beitrag nutzt Barads Konzept des agentialen Realismus, um eine alternative Ontologie für XAI zu entwickeln. Er argumentiert, dass Interpretationen material‑diskursive Performances sind, die aus situierten Verflechtungen von KI-Modellen, Menschen, Kontexten und Interpretationswerkzeugen entstehen. Durch die Analyse einer breiten Palette von XAI‑Methoden wird deutlich, welche Annahmen und Grenzen diese traditionellen Ansätze mit sich bringen.

Darüber hinaus beleuchtet der Artikel die ethische Dimension dieser neuen Perspektive und schlägt Designrichtlinien für XAI‑Interfaces vor, die emergente Interpretation fördern. Als praxisnahes Beispiel dient eine spekulative Text‑zu‑Musik‑Schnittstelle, die zeigt, wie interaktive Gestaltung die Entstehung von Bedeutung unterstützen kann.

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