Plausibilitätsfalle: Warum KI-Modelle bei einfachen Aufgaben verschwenden
Die allgegenwärtigen Large Language Models (LLMs) verändern die Art und Weise, wie wir mit Technologie umgehen. Ein neues Papier aus dem arXiv‑Repository beschreibt ein Phänomen, das die Autoren „Plausibilitätsfalle“ nennen. Dabei setzen Anwender teure probabilistische KI‑Engines ein, obwohl die Aufgabe völlig deterministisch ist – etwa die Erkennung von Text in Bildern (OCR) oder die einfache Faktenprüfung. Das Ergebnis ist ein erheblicher Ressourcen‑ und Zeitverlust.
Durch gezielte Mikro‑Benchmarks und Fallstudien zu OCR und Fact‑Checking zeigen die Autoren, dass die Nutzung von KI‑Modellen bei solchen Aufgaben zu einer durchschnittlichen Latenzsteigerung von etwa 6,5‑fach führt. Dieser „Effizienzsteuer“-Effekt verdeutlicht, wie viel Rechenleistung unnötig verbraucht wird, wenn man sich auf generative Modelle verlässt, die für die Aufgabe nicht geeignet sind.
Um dem entgegenzuwirken, stellen die Autoren das Konzept des Tool‑Selection‑Engineerings vor. Dazu gehört die Deterministic‑Probabilistic Decision Matrix, ein Rahmenwerk, das Entwicklern hilft, zu entscheiden, wann ein generatives KI‑Modell sinnvoll ist und wann ein deterministisches Verfahren die bessere Wahl darstellt. Das Papier plädiert zudem für einen Kurswechsel in der digitalen Bildung: wahre digitale Kompetenz besteht nicht nur darin, generative KI zu nutzen, sondern auch zu wissen, wann man sie nicht einsetzen sollte.