KI verantwortungsvoll nutzen: Chancen, Risiken und ein neues Governance-Modell
Die rasante Verbreitung von künstlicher Intelligenz in Unternehmen eröffnet enorme strategische Möglichkeiten, birgt jedoch gleichzeitig erhebliche ethische und betriebliche Risiken. Trotz zunehmender Forschung zum verantwortungsvollen Einsatz von KI bleibt die Literatur fragmentiert und tendiert entweder zu einer optimistischen Sicht auf Wertschöpfung oder zu einer übermäßig vorsichtigen Haltung, die sich ausschließlich auf potenzielle Schäden konzentriert.
In diesem Beitrag wird diese Lücke geschlossen, indem die doppelte Natur von KI aus der Perspektive strategischer Informationssysteme untersucht wird. Durch eine systematische Synthese der vorhandenen Literatur und die Anwendung der Paradoxie-Theorie entsteht das Paradox-based Responsible AI Governance (PRAIG)-Framework. Dieses Modell beschreibt drei zentrale Elemente: die strategischen Vorteile von KI, die inhärenten Risiken und unbeabsichtigten Folgen sowie Governance-Mechanismen, die Organisationen ermöglichen, diese Spannungen zu steuern.
Das PRAIG-Framework erweitert das theoretische Verständnis, indem es verantwortungsvolle KI-Governance als dynamisches Management paradoxaler Spannungen zwischen Wertschöpfung und Risikominimierung konzeptualisiert. Es zeigt auf, dass reine Kompromissansätze die Spannungen eher verstärken als lösen, und bietet eine Taxonomie von Paradoxie-Management-Strategien mit klaren Kontingenzbedingungen. Für Praktiker liefert das Modell konkrete Handlungsempfehlungen, um Governance-Strukturen zu entwickeln, die Innovation fördern, ohne die Organisation unnötigen Risiken auszusetzen.
Abschließend skizziert der Artikel eine Forschungsagenda, die weitere Untersuchungen zur Wirksamkeit von Governance-Ansätzen und zur Integration von ethischen Überlegungen in die strategische Planung von KI-Projekten fordert.