Neues Messframework für schwer zugängliche Systeme: Triangulation & ML
Wissenschaftler haben ein neues Messframework vorgestellt, das gerade für Systeme geeignet ist, die sich nicht direkt beobachten lassen. Durch die Kombination von indirekten Datenströmen, interpretierbaren Machine‑Learning‑Modellen und theoriegeleiteter Triangulation schafft das Verfahren einen Weg, auch in Datenregimen mit strukturell fehlenden oder feindlich gesammelten Informationen sinnvolle Messungen durchzuführen.
Viele hochrelevante Systeme – etwa in der Politik, Wirtschaft oder Umweltforschung – sind so komplex, dass ihre Dynamiken nicht beobachtbar sind, die vorhandenen Daten fragmentiert und die wahre Ausgangslage verborgen bleibt. In solchen Fällen scheitern klassische statistische Verfahren, weil keine eindeutige Datenquelle oder ein klar definiertes Label existiert. Das neue Framework greift hier ein: anstatt die Genauigkeit gegen ein nicht erreichbares Ideal zu messen, prüft es die Konsistenz über mehrere, teilweise informative Modelle hinweg.
Durch die Überprüfung, ob verschiedene Modelle dieselben Signale liefern oder voneinander abweichen, können Forscher fundierte Schlüsse ziehen, ohne auf eine perfekte Ground‑Truth‑Datenbasis angewiesen zu sein. Das Verfahren bietet einen strukturierten Analyse‑Workflow, der speziell für quantitative Charakterisierung in datenarmen Situationen entwickelt wurde.
Die Autoren demonstrieren die Wirksamkeit des Ansatzes anhand einer empirischen Analyse von Organisationswachstum und internen Druckdynamiken in einem komplexen Unternehmensnetzwerk. Die Ergebnisse zeigen, dass die Triangulation in Kombination mit interpretierbaren Modellen nicht nur valide Erkenntnisse liefert, sondern auch die Grenzen der Inferenz klar aufzeigt.