Hybrid-Fairness: Individuelle vs. Gruppenbalance im maschinellen Lernen
In der Welt der künstlichen Intelligenz gewinnt das Thema algorithmische Fairness immer mehr an Bedeutung. Forscherinnen und Forscher haben zwei zentrale Konzepte entwickelt: die Gruppenfairness, die darauf abzielt, Diskriminierung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu reduzieren, und die individuelle Fairness, die sicherstellen will, dass ähnliche Personen gleich behandelt werden. Bislang wurden diese beiden Ansätze meist getrennt betrachtet.
Die neue Übersicht aus dem arXiv-Preprint 2602.00094v1 stellt einen Wendepunkt dar, indem sie hybride Methoden vorstellt, die beide Fairness‑Kriterien gleichzeitig adressieren. Dabei werden die unterschiedlichen Mechanismen – von Regularisierung über Constraint‑Optimierung bis hin zu mathematischen Rahmenwerken – systematisch klassifiziert und ihre theoretischen Grundlagen sowie Optimierungsstrategien beleuchtet.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse der Kompromisse, die entstehen, wenn man versucht, sowohl Gruppen- als auch individuelle Fairness zu garantieren. Die Autoren diskutieren, welche Ansätze in welchen Kontexten am besten funktionieren, und zeigen auf, wo noch Forschungslücken bestehen. Für Entwicklerinnen und Entwickler bietet die Arbeit einen praxisnahen Leitfaden, um robuste, kontextabhängige Fairness‑Algorithmen zu konzipieren.
Insgesamt liefert die Studie einen umfassenden Überblick über hybride Fairness‑Ansätze und eröffnet neue Perspektiven für die Gestaltung von KI‑Systemen, die gerecht und transparent agieren. Sie richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie an Fachleute, die faire Machine‑Learning‑Modelle entwickeln wollen.