Neurale Netze behalten Plastizität bei allmählicher Veränderung
Ein neuer Beitrag auf arXiv (2602.09234v1) untersucht, ob neuronale Netzwerke ihre Lernfähigkeit in einer allmählich verändernden Umgebung verlieren. Die Studie richtet sich an das wachsende Feld des kontinuierlichen Lernens, bei dem Modelle ständig neue Aufgaben übernehmen müssen.
Frühere Arbeiten haben ein Phänomen namens „Loss of Plasticity“ beschrieben, bei dem Netzwerke nach einer Reihe von Aufgaben nicht mehr effektiv neue Aufgaben erlernen können. Diese Erkenntnisse basierten jedoch auf stark vereinfachten Szenarien, in denen Aufgaben abrupt wechseln – ein Szenario, das selten den realen Bedingungen entspricht.
Um dem näher zu kommen, simuliert die neue Arbeit eine allmählich verändernde Umgebung. Dazu werden Eingabe- und Ausgabedaten interpoliert und Aufgaben gezielt ausgewählt, sodass der Übergang zwischen Aufgaben sanft erfolgt. Diese Methode spiegelt die kontinuierliche Entwicklung von Daten und Anforderungen in der Praxis besser wider.
Durch theoretische Modelle und umfangreiche Experimente zeigt die Studie, dass der Verlust an Plastizität weitgehend ein Artefakt der abrupten Aufgabenwechsel ist. Wenn die Welt allmählich wechselt, bleibt die Lernfähigkeit der Netzwerke weitgehend erhalten. Diese Erkenntnis legt nahe, dass kontinuierliches Lernen in realen Anwendungen robuster sein kann, wenn die Datenveränderungen nicht plötzlich, sondern schrittweise erfolgen.