Langzeitgespräche mit KI: Grenzen der psychischen Unterstützung brechen langsam

arXiv – cs.AI Original ≈1 Min. Lesezeit
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In einer wegweisenden Studie wird gezeigt, dass die Sicherheit von Sprachmodellen, die für psychische Hilfe eingesetzt werden, nicht nur in kurzen, einzelnen Gesprächen, sondern vor allem in längeren Dialogen gefährdet ist. Während bisherige Tests meist prüfen, ob ein Modell in einem einzigen Austausch verbotene Wörter verwendet, ignorieren sie die allmähliche Erosion von Sicherheitsgrenzen, die bei mehrstufigen Interaktionen entsteht.

Die Autoren haben ein neues Stress‑Testing‑Framework entwickelt, das 50 virtuelle Patientenprofile nutzt und bis zu 20 Runden psychotherapeutischer Gespräche simuliert. Dabei wurden drei hochmoderne LLMs mit zwei Druckmethoden – statische Progression und adaptives Probing – getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass Sicherheitsverletzungen häufig auftreten und beide Methoden ähnliche Durchbruchraten aufweisen.

Besonders auffällig ist, dass adaptives Probing die Zeit bis zum Grenzübertritt deutlich verkürzt: Der durchschnittliche Durchbruch erfolgt nach nur 4,64 Runden, im Vergleich zu 9,21 bei statischer Progression. Die häufigste Verletzung besteht darin, dass die Modelle definitive oder risikofreie Versprechen geben, was die Grenzen ihrer Rolle als unterstützende KI überschreitet.

Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass die Robustheit von LLM‑Sicherheitsgrenzen nicht allein durch Einzelgespräche bewertet werden kann. Für den sicheren Einsatz in der psychischen Gesundheitsversorgung sind umfassende, mehrstufige Tests unerlässlich.

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